Zehn Seeadler in Dänemark mit GPS- Sendern ausgestattet

In einer Zusammenarbeit der Dänischen Ornithologen Vereinigung (DFO) mit dem Staatlichen Naturhistorischen Museum Kopenhagen wurden in Dänemark 10 junge Seeadler mit Satellitensendern versehen, die nachfolgend wertvolle Daten über ihre Positionen, Flughöhen und Fluggeschwindigkeiten lieferten.

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Abb. 1: Flugrouten der besenderten Seeadler in Dänemark zwischen 4. August und 12. Oktober 2018
(Quelle: Fugle & Natur, 4. November 2018)


Im Juni 2017 wurden die ersten dänischen Jungvögel mit GPS-Sendern ausgestattet und zwar in der Nähe des Praesto Fjordes, des am dichtesten besiedelten Seeadlergebietes des Landes. Die beiden Geschwister „Gunhild“ und „Elna“ waren die ersten beiden Seeadler in dem Forschungsprojekt. „Gunhild“ hat circa zwei Jahre lang Informationen über Position, Flughöhe und Geschwindigkeit gesendet. Das geschah über ein Mobilnetzwerk mit einem 75 Gramm schweren Satelliten Sender. Der Seeadler „Elna“ starb leider im Februar 2018 an Vogelgrippe des Typs H5N6. Das war der erste Nachweis dieses Grippe-Typs in Dänemark.

Im nachfolgenden Jahr 2018 wurden acht weitere junge Seeadler im Laufe des Frühjahres mit GPS- Sendern ausgestattet, vier Männchen und vier Weibchen, sechs von ihnen lieferten ständig Daten für das Projekt. 2018 haben sich Seeadler in Kongelunden bei Kopenhagen-Amager, angesiedelt. Der Jungvogel „August“ aus dieser Neuansiedelung befand sich unter den acht besenderten Vögeln. Er ist seitdem im Land unterwegs, u.a. nach Langeland und entlang der großen Belt Breite. Auch die anderen Jungvögel sind weit umher geflogen und haben sich bereits kurz nach dem Ausfliegen weit vom Brutrevier der Eltern entfernt. Dies sagt viel aus über das Ausbreitungsverhalten der jungen Seeadler und erklärt deren Wiedereinwanderung und nachfolgend schnelle Ausbreitung in Dänemark. Zwei der in 2018 markierten Jungvögel sind bereits tot. Der Seeadler „Estrid“ aus dem Horst bei Skanderborg wurde einen Monat nach dem Ausfliegen tot aufgefunden, ohne abschließende Klärung der Todesursache. Der Seeadler „Ditte“ vom Hostrup See wurde im Juli 2018 tot in Romo aufgefunden. Die genaue Todesursache wird zur Zeit noch untersucht.

2018 haben drei dieser Seeadler die Grenze nach Deutschland überquert. Besonders der Seeadler „Eskild“ aus dem Horst von Skanderborg fühlt sich in den großen Flussgebieten Norddeutschlands wohl (s. Abb. 1).

Ende 2018 läuft die offizielle Förderung-Periode des Projektes GPS- Seeadler aus. Wir hoffen aber, dass wir das Projekt in den nächsten Jahren fortsetzen können, um mindestens zwei Adler pro Jahr besendern zu können.

Daniel Palm Eskildsen, & Anders P. Tottrup Aus: Skelmose, K. & Larsen. O.F (2019): DOF-Arsrapport 2018, Birdlife Danmark
(Übersetzung: Ilse Kollmann)

 

Seeadler GPS DK2
Abb. 2: Seeadler mit Rucksacksender (Foto: Christian Willer)