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Start Informationen Bestandsentwicklung Brutbericht 2012 (SH)

Brutbericht 2012

Brutverteilung 2010
Abb 1: Brutverbreitung des Seeadlers
in Schleswig-Holstein 2011

Seeadlervorkommen in den Landkreisen

Abb. 2: Verteilung der Seeadler auf alle 12 Landkreise

Im Jahr 2012 waren in Schleswig-Holstein 75 Seeadlerreviere besetzt (s. Grafik: Bestandsentwicklung). Im Vergleich zum Vorjahr gab es sechs Neuansiedlungen (Treene/SL, Postsee/PLÖ, Oldenburger Bruch/OH, Wesseker See/OH, Kudensee/HEI und Mölln-Nord/RZ). Auf der anderen Seite sind aktuell aber auch drei Reviere verwaist (Fehmarn-Süd/OH, Lübeck-Süd/HL, Haseldorfer Marsch/PI). Im Revier Lübeck konnte die Vergiftung beider Altvögel durch Carbofuran nachgewiesen werden (s. Lübecker Nachrichten vom 25. April 2012 und 10. Mai 2012). Die Ursachen in den zwei anderen verwaisten Revieren sind unklar.

Im zeitigen Frühjahr 2012 begannen 66 Paare mit einer Brut, aber nur 47 Paare brüteten erfolgreich, so dass im Juli insgesamt 81 junge Seeadler flügge wurden (86 Juv. in 2011). Die Verteilung der Jungenzahl pro Horst erbrachte folgendes Bild: 4 x 3, 26 x 2 Jungvögel und 17 x 1 Jungvogel.

Insgesamt waren 30 % der begonnenen Bruten erfolglos. Dieser Wert liegt im Vergleich zu den Vorjahren auffallend hoch. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich und waren in mindestens drei Revieren durch den Verlust der Jungvögel begründet. In mindestens zwei Revieren verschwand einer der Altvögel in der Brutzeit. In einem Fall durch den Tod an einer Stromleitung. Bei vielen Paaren jedoch blieb die Ursache für die Brutaufgabe unbekannt.

Trotz aller Erfolge muss im Jahr 2012 estgestellt werden, dass das Verhältnis zwischen der Anzahl begonnener Bruten und erfolgreicher Bruten das schlechteste seit Jahren ist und viele ungeklärte Brutaufgaben vorliegen. Wenn Bruten mit Jungen aufgegeben werden, muss man von ganz erheblichen Störungen, in der Regel den Tod eines Altvogels, ausgehen.

Verbreitung

Aufgrund der naturräumlichen Ausstattung liegt der Schwerpunkt der Verbreitung in den gewässerreichen holsteinischen Jungmoränen-Landschaft. In den Landkreisen Plön (PLÖ), Ostholstein (OH) und Herzogtum Lauenburg (RZ) hat sich der Bestand durch Neuansiedlungen verdichtet. Zudem sind in diesem Jahr am westlichen Rand des Schleswig-Holsteinischen Vorkommens weitere Ansiedlungen hinzugekommen. Die Seeadlervorkommen verteilen sich auf 12 Landkreise (s. Abbildung 2).

Gefährdungen und Schutz

Die Eignung der Wälder als störungarmer Brutlebensraum wird durch die Ausweisung von Horstschutzzonen nach §20 Landeswaldgesetz (von 2004) und §28a Landesnaturschutzgesetz (von 2010) begünstigt. Als positiv ist die Beibehaltung der bewährten Rechtsgrundlage im Landesnaturschutzgesetz zur Sicherung der Horstschutzzonen von Großvögeln zu nennen. Der gesetzliche Schutz muss allerdings auch zukünftig durch die Absprachen von Einzelanordnungen in den Revieren abgesichert werden, was eine gute Zusammenarbeit mit Grundeigentümern, Revierförstern und Jägern voraussetzt.

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