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Niedersachsen 2015

Zur aktuellen Situation des Seeadlers in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen ist in 2015 durch drei Neuansiedlungen mit 44 Seeadlerrevieren besiedelt. Mit der Ausweitung des Brutareals, hauptsächlich in westlicher Richtung, setzt sich die erfreuliche Bestandszunahme fort. In 2013 gab es sechs und in 2014 vier Neuansiedlungen. Die Tendenz, sich auch weiterhin nach Westen auszubreiten, bestätigt sich durch die Ansiedlung auf der Tegeler Plate. Hier flogen zwei Jungadler aus. Auch im Kerngebiet Südheide zeigt sich mit zwei Neuansiedlungen die Bestandszunahme. Außergewöhnlich ist eine Neuansiedlung im NSG Lüneburger Heide, nahe des Touristenortes Wilsede, wo ebenfalls zwei Jungadler flügge wurden. Mangels großer Wasserflächen kommt die von Seeadlern präferierte Nahrung (Fische und Wasservögel) hier kaum vor. Es gibt in der Horstumgebung nur kleine Bäche und Moore. Der Seeadler muss also sein Nahrungsspektrum auch auf Säugetiere erweitern und zusätzliche weite Strecken zur Nahrungssuche fliegen. Neben den drei Kerngebieten Elbtal, Südheide und den Landkreis Gifhorn besitzt Niedersachsen weitere ideale Gebiete, die für Seeadler- Neuansiedlungen in Frage kommen. Als Beispiel sei hier die ostfriesische Küste im Bereich „Weser-Ems“ genannt. Außerdem sind noch weitere Ansiedlungen im südlichen Teil Niedersachsens möglich.

Bestand2015Im Jahr 2015 haben insgesamt 28 Paare erfolgreich gebrütet und 47 Jungadler sind flügge geworden. Von diesen haben wir in sechs Horsten 11 Jungadler beringt. In diesem Jahr hat der Orkan „Niklas“ den Bruterfolg des Seeadlers negativ beeinflusst. Vier Horste sind dadurch abgestürzt. Im Nistmaterial der abgestürzten Horste fanden wir 3x zwei Eier und 1x drei Eier mit toten Embryonen, die circa 10 Tage vor dem Ausschlupf waren. Sehr ärgerlich sind unnötige Störungen in den Brutrevieren der Seeadler, wie zum Beispiel massive Forstarbeiten im unmittelbaren Horstumfeld und das trotz anders lautender Absprachen mit der Forstverwaltung. Durch diese Arbeiten verliefen zwei Seeadlerbruten erfolglos.

Dagmar und Peter Görke
Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz Niedersachsen

 

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