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Beringung

Seeadlerberingung in Schleswig-Holstein

Seeadlerberingung
Abb. 1: Die Farbmarkierung der Fußringe gibt
zuverlässig Auskunft über das Alter der Vögel

Kernstück des internationalen Seeadler-Forschungsprojektes, das 1976 durch die "Swedish Society for the Conservation of Nature" konzipiert wurde, ist ein langfristig angelegtes Farbmarkierungsprogramm, das Einblicke in die Lebenswege einzelner Seeadler, in die Reproduktionsleistung von Individuen und Teilpopulationen, in die Strukturen und die Dynamik von Populationen sowie die Ursachen von Todesfällen geben soll.

Zunächst beschränkte sich die Farbmarkierung beim Seeadler nur auf bestimmte Gebiete in Schweden, Norwegen und Finnland, später kamen weitere Länder hinzu. Ab 1977 beteiligte sich auch die Projektgruppe Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein an dem Beringungsprogramm.

Die Beringung der Nestlinge erfolgt dabei nach einem festen Kriterienkatalog unter Artenschutzaspekten (Vermeidung von Brutplatzaufgaben und Jungvogelverlusten). Ziel der Farbberingung ist es, die Lebenswege einzelner Seeadler sowie den Individuenaustausch zwischen Teilpopulationen näher zu untersuchen. Die Farbberingung gibt Aufschluss über zahlreiche Einzelaspekte der Seeadlerbiologie, die in ihrer Gesamtheit die Dynamik der Teilpolpulationen beschreiben.
Die Identifizierung der Altvögel erfolgt vorrangig in den Brutrevieren oder an den zugehörigen Nahrungsgewässern in den Monaten Februar bis Jun. Die Ablesungen im unmittelbaren Nestbereich erfolgen aus störungsfreier Distanz zu den Vögeln, oflmals von den festen Beobachtungsstationen der Projektgruppe Seeadlerschutz aus. Hierbei sind die leistungsstarken Spektive (bis 60-fache Vergrößerung) eine wertvolle Hilfe. Durch den Einsatz von sogenannten Horstbetreuern konnten in Schleswig-Holstein eine Vielzahl von Ringablesungen insbesondere an Altvögeln erbracht werden.
Seit 1999 erfolgen in Ostholstein zusätzlich gezielte Ablesungen an den im Horst abgelassenen Fischteichen und an den Nahrungsgewässern im Winter aus Tarnverstecken. In neuster Zeit hat sich auch die Digiskopie (Fotografieren mittels Digitalkamera durch ein leistungsstarkes Spektiv) bewährt. Diese Fotos liefern nachprüfbare Ergebnisse und zusätzliche Informationen zum Gefiederstatus der Vögel.
In Schleswig-Holstein werden eloxierte Farbringe aus Aluminium verwendet, die entsprechend dem internationalen Beringungsschema unterhalb des Intertarsalgelenkes (s. Foto) angebracht werden. Im Alter von sechs bis acht Wochen erhalten die Jungvögle am rechten Bein einen orangefarbenen Ring (= Landesring) mit der Ringnummer der Vogelwarte Helgoland und am linken Lauf einen jährlich wechselnden, zumeist zweifarbigen Ring für das jeweilige Geburtsjahr (= Jahresring).

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